15. August 2016

a good book& the movie

Was macht Shades of Grey aus? Wie ist der Film? Gibt es überhaupt ein Buch welches nicht besser als der Film ist?



I declare after all there is no enjoyment like reading!

        Jane Austen- Stolz und Vorurteil.
Ja schon Jane Austen wusste was, ein wirklich gutes Buch ausmacht. Ihre Romanfiguren hatten Bücher oft auch zu schätzen gewusst. Das Zitat zum Beispiel ist, von Mr. Darcy.  In dem Zitat beteuert er, dass es nichts gibt was einem mehr Vergnügen bereitet als, das Lesen.
Auch im Buch Verstand und Gefühl wurde erwähnt, dass ein Buch, wenn es gut geschrieben ist, doch meistens zu kurz ist. Dem kann ich nur zustimmen.
Auch wenn das Lesen Spaß macht, ist es immer wieder schön die Verfilmungen zu sehen.
Einige von euch kennen das sicherlich, oder?
Das jüngste Beispiel Ein ganzes halbes Jahr . Das Buch fand ich wirklich super!
Als ich dann im Kino saß, war ich total gespannt auf den Film.
Eines kann ich euch sagen, ich habe das Kino lange nicht mehr so gut gefüllt gesehen.
Wie es wohl bei der ersten Vorstellung ausgesehen haben muss?
Es war tatsächlich bis auf einzelne Plätze alles voll.
Es fehlten hier und da kleine Konflikte, einige Stellen waren wie erwartet nicht ganz so ausführlich allerdings, waren dies ohnehin die Stellen, die man im Buch auch hätte weglassen könne ohne, dass die Handlung auf einmal anders erscheint.
Die Dramatik der Geschichte wurde auch klar und der Film war ähnlich emotional wie das Buch.
Am neugierigsten war ich auf die Szenen in Paris und natürlich die Burg.
Ich tendiere nämlich eher dazu, mir ein Bild von der Umgebung der Charaktere zum machen, als von ihnen selber.
Ich muss sagen, genauso hatte ich mir das ganze vorgestellt. Es hatte alles die Atmosphäre, wie sie im Buch beschrieben wurde.
Ich fand die Besetzung wirklich super.  Der Autorin war es wohl wirklich wichtig, die Botschaft, die im Buch verdeutlicht wurde, im Film eben so deutlich rüber zu bringen.
Denn am Anfang des Buches erscheint es einem als wäre Will auf Lou angewiesen, zum Schluss sieht man allerdings, dass es andersrum war. Sie brauchte ihn. Er hatte ihr gezeigt, was es alles zu entdecken gibt und half ihr, aus ihrer Heimat zu kommen.
Ein wirklich gelungener Film!


Filme können aber auch enttäuschen. 
Mein bestes Beispiel ist Fifty Shades of Grey.
Und an dieser Stelle würde ich gerne eines anmerken. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange ich an diesem Post arbeite. 
Nicht wegen den Bildern oder so.
Ich habe den Film  vor etwa drei Monaten geschaut, ehrlich gesagt musste ich, die Enttäuschung erstmal verdauen.
Der Film ist für mich eigentlich nicht gemacht. Ich saß 129 Minuten vor dem Fernseher, um zu gucken ob Jamie Dornan mehr als einen Gesichtsausdruck hat.  Anfangs fand ich die Geschichte ja noch ganz toll, mittlerweile bin ich hin und her gerissen. Ist das Buch nicht irgendwie vollgestopft mit Klischees? Genau wie Kathrine Kavanagh frage ich mich wie Ana Steele ihren College Abschluss bekommen hat. 
Denn irgendwie sollte man sich schon ins Gedächtnis rufen, dass sie 19 ist und keine 14.  
Nur worum geht es in dem Buch jetzt eigentlich? Da liegt auch der springende Punkt. Selbst für einen Erotik Roman ist in dem Buch viel Sex. Denn anders als viele sehe ich nicht diese sexuelle Geschichte sondern viel mehr etwas anderes. 
Im Buch geht es für mich nicht um den Sex. Es geht um das Angebot. Im ersten Teil wird Anastasia, dieses Angebot gemacht. Sie kämpft ganz schon mit sich. 
Im laufe der Romane ändert sie ihre Meinung. 
Es geht um diesen Konflikt. Anfangs fühlt sie sich schlecht.
Dieser Konflikt, Miller würde es Aufsuche- Meide Konflikt nennen.
Das Angebot reizt sie, es ist neu und unbekannt und Anastasia Steele ist uns als eine sehr neugierige Figur beschrieben worden. Außerdem findet sie Christian wahnsinnig anziehend.
Und wer tut das nicht?
Meiden möchte sie es einfach, wegen dem was die Gesellschaft ihr beigebracht hat, weil es unmoralisch ist. Sie findet an der Sache anfangs keinen Gefallen, weil sie glaubt sie dürfte es nicht.
Hier wird also wieder der Einfluss der Gesellschaft thematisiert.
Denn Ana ist drauf und dran selbst ihr sexuall Leben, von dieser zu bestimmen lassen.

Besetzung

Als ich die Bücher gelesen habe, kannte ich die Besetzung bereits und sich ehrlich gesagt hatte ich auch keinen Gedanken, an Christians aussehen verschwendet. Man konnte dem Buch entnehmen, dass er ausgesprochen attraktiv ist und durch trainiert. 
Von vielen hatte ich allerdings gehört, dass sie von Christian Grey enttäuscht waren. 
Er hätte vielleicht größer sein können, der Größenunterschied zwischen Ana und Christian. 
Zwischen den Darstellern liegen nämlich neun Zentimeter, die sich ganz schnell auflösen können, wenn sie hohe Schuhe trägt. Ich finde aber Jamie wird der Rolle gerecht und kann mich über die Besetzung nicht beschweren. 

Was einem Angst machen kann ist, dass er zwei Stunden lang nur einen Gesichtsausdruck hatte. 
Gut vielleicht hat er mal die Augenbraue bewegt, hier muss man allerdings bedenken, dass auch im Buch nicht viele Emotionen von seine Mimik abzulesen sind.

Aber ich muss los werden wie toll Anastasia Steele besetzt ist mit Dakota Johnson.
Ich war absolut begeistert. Ich finde sie spielt dieses naive Mädchen super. Genau wie im Buch, dachte ich mir nämlich im Film an einigen Stellen: NEIN?! Das hast du jetzt nicht wirklich gesagt oder? Und sein wir mal ehrlich. Im Film wurde nicht sonderlich viel geredet.
Trotzdem wurde schön gezeigt, was Fremdschämen ist.
Anastasias Kleidung wurde hier und da geändert und ist nicht wie im Buch.
Es wurde wohl darauf geachtet, dass rot besonders selten eingesetzt wird.
So hat das Spielzimmer eine extremere Wirkung, auf den Zuschauer.
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Nein, diese extremere Wirkung habe ich nicht bemerkt.
Eines wurde uns aber gelassen. Das violette Kleid.
Der Film ist  fast zwei Stunden lang und trotzdem ist das halbe Buch untergegangen. 
Ich setze nun auf den zweiten Teil. Gefährliche Liebe und Befreites Verlangen wird aktuell ja zeitgleich abgedreht.
Anfangs hörte man es würde weniger BDSM Szenen geben und viele Leser haben Sorge, der Film würde mehr etwas von einer Komödie haben als von einem Drama.  Ich habe schon angefangen zu hoffen, dass man hier auch mit weniger Sex rechnen kann und dann habe ich das Buch nochmal gelesen. 
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Ihr kennt das. Erst machen sie einem Hoffnungen und dann lassen sie deine Hoffnungen lächerlich erscheinen.
Ich hatte schon angefangen zu hoffen, dass dieses Mal eine Schnulze draus wird aber NÖ. Damit darf ich wohl nicht rechnen. 

Fifty Shades ist ja schon eine Art Phänomen. 
Ich meine so gut wie jeder kennt dieses Buch oder den Film. Viele haben es ja auch gelesen.
Ob es wohl auch Eltern gibt, die es der Tochter geschenkt haben? 
Ich meine es wäre ein netter Versuch, wenn man bezwecken möchte, dass die Tochter enthaltsam lebt.  Das kann natürlich auch nach hinten losgehen...
Ich glaube was viele daran reizt, ist das "verbotene". 
Ich hab es ehrlich gesagt einfach gelesen, weil ich wissen wollte worum es genau geht. Dann endete das Buch damit, dass beide unglücklich waren und so dumm es klingt, ich wollte unbedingt wissen, dass sie wieder zusammen kommen und es doch ein Happy End gibt. 
Es gibt ja sogar Bücher über dieses Buch. In denen geht es teilweise eben auch um dieses Phänomen.
Auf einer gewissen Ebene ist es aber auch ein Ratgeber.
Kompromisse eingehen und auf den anderen eingehen. 
Die zwei tun etwas ganz elementares, sie sehen was sie haben, sehen was vor ihnen liegt, woran sie arbeiten müssen und das es nicht leicht wird.  Sie sehen aber auch ein, dass es die Arbeit wert sein wird. Sie reparieren und schrecken nicht ab, als die Einsicht kommt wie viel sich ändern muss. 
Ein Punkt, der mir noch einfällt.

 Die Synchronstimmen. 

Dakotas Stimme ist wesentlich sanfter, Jamies Stimme ist maskuliner und beides würde einfach besser passen. Die deutsche Synchronstimme von Christian Grey hätte einfach herrischer sein sollten, oft fehlt dieser Unterton und die Dinge wirken nicht bedrohlich, sondern monoton. Den nächsten Teil werde ich direkt auf englisch gucken, die Stimmen finde ich nämlich besser. 
Allen im allen sind es zwei Punkte,die mich stören. Gut finde ich allerdings, dass viele Textpassagen so übernommen wurden, obwohl nicht sehr viel geredet wird. 
There are two sides of the same coin, one not existing without the other.


E.L. James - Fifty Shades of Grey

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